Tag 30: Abhängen auf „Hof Wehneberg“ mit Ausflug nach Bad Hersfeld Stadt

Die Ruhetage auf Hof Wehneberg (lest weiter unten, was Moni darüber schreibt) sind nur unterbrochen durch einen kurzen Ausflug ins Stadtgebiet, um unsere Vorräte aufzufüllen und Proviant für die anstrengende Tour am Sonntag (Oberaula, 24 km, 600 Höhenmeter) zu horten.

Bad Hersfeld erschien uns gesichtslos, die City uniform wie beliebige andere Städte: Shoppingcenter, Nippeslädchen, Banken und fertig. Nach Motiven für charakteristische Fotos mussten wir suchen. Ein paar haben wir gefunden.

Das Rathaus Bad Hersfeld ist seit dem 14. Jahrhundert Sitz der Stadtverwaltung von Bad Hersfeld.

Keine Verzerrung! Das Haus ist so schief…

Der Klaus-Turm. Teil der ehemaligen Stadbefestigung, in der Vergangenheit auch als Gefängnis genutzt.

Der schönste Platz in Bad Hersfeld: Vor unserer Pension „Gästehaus Otto“ auf „Hof Wehneberg“

Moni über Hof Wehneberg
In unsrer informellen Liste der allerschönsten Unterkünfte gibts ein neues highlight: den Wehneberghof.

120 m über Bad Hersfeld und direkt am Stadtwald gelegen liegt ein ehemaliger Gutshof, die einzelnen Gebäude etwas verstreut und doch beisammen. Ein Reiterhof, eine Tierarztpraxis, Stallungen, Gärten und Häuser durch Kopfsteinpflaster verbunden, ein Hotel (geschlossen) und ein Gasthaus (ebenfalls geschlossen) bilden heute zusammen mit unsrer Unterkunft „Am Wehneberg 7“ ein pittoresques, gut erhaltenes und gepflegtes Ensemble. (Für Trierer: eine leise Erinnerung an Mariahof kommt auf)

Unsere Ferienwohnung liegt ebenerdig (welche Wohltat nach all dem Gekraxsel) mit Blick auf die Gärten und Fachwerkhäuser, die ortsansässigen Katzen und die wandernden Wolken.

Sehr manchmal fährt ein Auto vorbei, ansonsten is Ruhe mit Vogelgezwitscher untermalt.

(PS ich erkläre hiermit die Amsel zu meinem Lieblingsvogel 2020: Soviele verschiedenartige, witzige und unermüdliche Gesänge bietet doch sonst kein Vogel, oder?)

Aber nun zu unsrer Gastgeberin Frau Marga Otto:
Sie gibt durch ihre aufmerksame und fürsorgliche Gestaltung des Hauses dem Janzen den letzten Schliff. Alles da, was man/frau so zum rumwurschteln braucht und dabei nicht mit unnötigem Nippes überfrachtet, da lässt es sich bestens zurücklehnen.

Extrawürstchen vegetarischer Art werden z. B. mit vorzüglicher, selbstgemachter Marmelade erfüllt. Und es bleibt nicht bei diesem einen Extrawürstchen: Frau Otto hört, wie wir nach einem Waschsalon in Bad Hersfeld forschen- sie weiß es gibt keinen. Sofort bietet sie an eine Ladung zu waschen und lässt es sich nicht nehmen diese auch selbst draußen aufzuhängen. Als ich die Wäsche später abhängen will, liegt sie schon duftend und ordentlich gefaltet im Wäschekorb vor der Tür.

Später am Abend kommt Frau Otto noch für ein kleines Schwätzchen zu uns vor die Tür und glänzt mit hervorragenden Ortskenntnissen der näheren und weiteren Umgebung. Ihre Tipps würden wir ja gerne annehmen, aber noch sind wir zu faul für Ausflüge
und im Gedanken an die nächste Strecke geben wir ihre „sachdienlichen Hinweise“ bei Bedarf gerne an Euch weiter.

Kaffeetrinken auf der Gartenterasse

Tag 28: Heute feiern wir uns – 500 km und damit 2/3 der Tour sind geschafft!

Auf der heutigen Etappe über 21,8 km von Rotenburg an der Fulda nach Bad Hersfeld erreichten wir gleich zwei „Höchstleistungen“: Noch nie waren wir auf einer gemeinsamen Wanderung an einem Tag 785 Höhenmeter gegangen und noch nie hatten wir auf einer Etappen-Strecken-Wanderung 500 Strecken-Kilometer zurückgelegt.

Die 500 Km-Marke haben wir am 28. Tag unserer Tour von Berlin in die Vulkaneifel heute geknackt und damit 2/3 der Tour geschafft. Untergebracht auf dem Hof Wehneberg in Bad Hersfeld werden wir uns feiern und zur Belohnung zwei Ruhetage einlegen, d. h. wir schlafen seit unserem Aufbruch das erste Mal drei Nächte im selben Bett!

Lest weiter unten, was Moni über den heutigen Tag denkt.

Aufbruch in Rotenburg um 5.30 Uhr

Über die Fulda auf den Hessenwanderweg 3 „Ars Natura“

Der erste harte Aufstieg ist geschafft. Blick zurück ins Tal.

Die Steiheit des Aufstiegs zur 455 m „Hohen Buche“ ist nur unvollkommen wieder gegeben. Aber glaubt uns, es war heftig.

Kurz vor der „Hohen Buche“: Die 500 km sind erreicht!! Wir sind stolz!!

(Moni) Tage, wie dieser
machen einfach glücklich-und ja, auch müde. 😉
Von Anfang an „fluppte es“ heute. Früh gingen wir los, in ruhiger Morgenstimmung einen Cafe an der Tanke ordern- der rischtisch lecker war.

Dann gleich bergauf (is mir viiiel lieber, als gegen Ende einer Tour) und da lag sie auch schon hinter uns-die erste Herausforderung.

Und es wurde immer besser:
Es gab erfrischenden Gegenwind nach jedem der (zugegeben harten) Aufstiege. Es gab Schatten, wenn wir ihn brauchten und Sonne, wenn uns kühl wurde. Wir hatten genug Tee für die Pausen und als das Wasser knapp wurde, bekamen wir welches spendiert. Wir wanderten durch sooo schöne Landschaften und der Fingerhut in allen Farben und Größen stand uns Spalier. Wir gingen schweigend-meist bergauf, alberten beim „Strecke machen“ und küssten uns… immer wieder. Fast über die ganzen 21 km hatten wir wunderbaren Waldboden und Herbert machte mich rechtzeitig auf die Mistkäfer aufmerksam, damit sie nicht zertreten wurden, und weiter in Ruhe ihren Weg krabbeln konnten. Schmetterlinge tanzten, Vögelchen sangen-und warnten auch schon mal kreischend vor uns. Es gab kleine Teiche am Wegrand, voll mit Entengrütze und sogar ein flüchtendes Reh konnten wir erspähen. Der Rucksack nervte nicht, die Stunden vergingen erstaunlich schnell und gerade als wir in unsrer Unterkunft ankamen, fings an zu regnen.
Es war einfach ein besonders schöner Tag. Punkt.

Kleiner Waldsee

Auf dem Weg nach Tann

„Ars Natura“ Titel: „Massen von Hasen in Farben mit Maßen“ Kunst eben 😉

Die Fahrradkirche in Tann

Wir verlassen Tann. Herbert als Nachzügler am Ortsrand

Oberhalb von Tann

Blick zurück auf Tann

Der Weg hätte auch Fingerhutweg heißen können

Angekommen auf dem Hof Wehneberg. Blick aus unserer Unterkunft. Der Hof liegt vor Bad Hersfeld. Die Stadt sehen wir uns morgen an.

Tag 27: Aus gutem Grund – Heute eine Planänderung

Eigentlich wollten wir heute Nacht unsere erste „Draußen-Übernachtung“ genießen. Unser Tourplan sah einen Aufstieg auf den 549 m hohen Ahlheimer vor. Wir wollten in Gipfelnähe in der Ahlheimer Hütte übernachten. Die Wetterprognose machte uns einen Strich durch die Rechnung: Für den Abend und die Nacht sind schwere Gewitter angekündigt.

Also kurzfristig unterhalb des Ahlheimer in Rotenburg an der Fulda ein Zimmer gebucht und mit dem Bus von Wichmanshausen nach Rotenburg gefahren. Gewandert wird heute nur durch Rotenburg 😉.

Tag 26: Durch den Schlierbachswald nach Ringgau

Das hatten wir uns einfacher vorgestellt. Aus den geplanten 18 km von Eschwege nach Ringgau wurden dann doch 22,5 km mit über 600 Höhenmetern. Aber das war noch nicht alles. Lest weiter hinten, was Moni dazu schreibt…

In diesem Ambiente übernachteten wir in der letzten Nacht

vis-à-vis vom Nikolai-Turm am Nikolaiplatz

Zunächst über die Höhen oberhalb des Schlierbachswald

Dann tauchten wir in diesen ein….

Moni über den Sturm im Schlierbachswald
Es weht und weht und weht immer stärker.
Schon von Weitem hören wir das Rauschen, wie es sich aufplustert, und seine Drohkulisse immer näher in die Buchen und Eichen treibt.
Die Bäume ächzen. Große Zweige biegen sich in alle Himmelsrichtungen, beugen sich runter auf unseren Weg.
Wir sind mitten im Sturm auf unsrem Weg nach Ringgau, mitten im Wald, und uns wird mulmig. Kleine und größere Äste brechen, stürzen auf die Unteren, landen auf dem Waldboden. Besser nicht nach oben schauen, was da kommen könnte. Lieber schnell weiter und durch. Einzelne Böen zerreißen unsre Worte. Es gibt keine Stille mehr, nur noch ab- und anschwellendes Brausen.
Plötzlich ein erbärmliches Fiepen und gleich danach ein Flattern, ein dumpfes Schlagen. Wir bleiben beide erschrocken stehen. Ganz nah, doch im Unterholz verborgen, spielt sich offensichtlich das Drama der natürlichen Auslese ab. Noch einmal hören wir den kleinen Schrei, wieder gefolgt vom dunklen Klopfen. Dann ist’s vorbei. Mit welcher Kreatur auch immer.
Wir beide Kreaturen aber sehen nun zu, daß wir schleunigst aus diesem „Splatter-Wald“ kommen.

Hier hat es jemanden aus den Schlappen gehauen

Blick auf Ringgau-Datterode

Evangelische Kirche

Im Ort

Tag 25: Ankunft in Hessen – Durch‘ s Werratal nach Eschwege

Mit den heutigen 23,1 km haben wir die neuen Bundesländer ninter uns gebracht und mit Hessen das fünfte Bundesland erwandert. Hessen empfing uns im freundlichen Fachwerk-Städtchen Wanfried und einem Gewitter-Platzregen, der uns im freien Feld erwischte und uns ordentlich wusch. Entlang der Werra erreichten wir Eschwege und kamen in einer urigen Ferienwohnung in der Altstadt unter.

Auf nach Hessen…

Abstieg in den Feengrund vor Wanfried

Wasserfall im Feengrund (Sollzustand)

In Wanfried, dessen östliche Ortsgrenze an Thüringen grenzt

Evangeliche Kirche in Wanfried

Unser Rastplatz an der Kirche

Historischer Hafen Wanfried

Im Werratal vor Eschwege

Werrasee in Eschwege

Theophanu. Kaiserin an der Seite von Otto II, Deutsch-Römischer Kaiser Ende des 10. Jahrhunderts. Statue vor der Marktkirche in Eschwege

Ein Lesetipp dazu: Gabrielle Alioth: «Die Braut aus Byzanz». München: Nagel & Kimche, 2008

Auf besonderen Wunsch von Moni – und gegen meinen vergeblichen Widerstand – als Reminiszenz an Hessen:

Tag 24: Ruhetag in Diedorf – Vorbereitung auf die letzten 350 km

Das Beitragsbild zeigt einen Panoramablick auf Wanfried. Mit überschreiten der Ortsgrenze sind wir dann in Hessen.

Da unser Ruhetag heute der letzte Tag in den sog. "Neuen Bundesländern" ist, wollen wir eine Zwischenbilanz über das Durchwandern Berlins, Brandenburgs, Sachsen-Anhalts und Thüringens ziehen. Die Kurzfassung für Lesefaule: Überwiegend positiv. Um den typischen Wanderblogger-Speech zu umgehen, fasst Moni unsere Eindücke zusammen.

Blick aus dem Klofenster unserer Pension auf Diedorf

(Moni) Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich keinen funktionierenden Orientierungssinn habe. Ohne Herbert (und meine diversen Notizen über die Streckenabschnitte) wüsste ich kaum, wo ich mich gerade befinde, bzw. befand. Aber ich sehe die Blumen und Käferchen, höre die Vögel singen und genieße die Düfte, spüre den Wind und die Steinchen des Wegs- und meine Knochen am Abend.

Meine Eindrücke heute nach knapp 400 km?

Denke an den wunderbaren Teltowkanal, der uns aus Neukölln heraus wild umwuchert bis zur Glienicker Brücke führte. Und den Potsdamer Forst, in dem ich noch nie war, und an das Gefühl: "Kommen wir jemals aus Berlin raus?"

Die grüne Höhle am Teltowkanal

Doch dann empfängt uns Brandenburg mit Jüterbog und Kloster Zinna- nicht nur wegen der ansprechenden Unterkunft dort einer meiner erklärten Lieblingsorte- so still und romantisch verträumt.

Kirche im Kloster Zinna

Natürlich ganz anders Wittenberg in Sachsen-Anhalt: an jeder Ecke wird Luther touristisch verwertet, mir ist und bleibt der Kerl suspekt. Sachsen-Anhalt das ärmste Bundesland legt seine Wunden bloß: überall Verfall von Industrieanlagen, Häusern, ganzen Ortschaften. Hunderte "Zu verkaufen"- Schilder, niemand wird kaufen. Das stimmt oft traurig, es ist nicht immer klar, ob die Ursache in verfehlter Politik vor oder nach der Wende (oder zu beiden Zeiten) lag/liegt.

Fabrik-Ruine in Sachsen-Anhalt

Die Leute, die wir treffen- WENN uns überhaupt welche (in den scheinbar ausgestorbenen Dörfern) begegnen, wissen ihr Lied von den Zuständen zu singen. Mit Recht. Aber Hilfsbereitschaft wird groß geschrieben, und anfängliches Misstrauen weicht bald entgegenkommender Herzlichkeit.

Seecamping Kelbra: ein Ort zum umgehen markiert die Grenze zu Thüringen.

Blick auf Dingelstädt mit Stadtkirche

Drum herum ist's wunderschön und der lange "Marsch" unterhalb des Kyffhäusers entlang entschädigt allemal. Merkwürdige Namen, wie Sundhausen, Bleicherode oder Niederorschel sagen nix aus über die Refugien, in denen wir nächtigen konnten. Immer wieder landen wir in Ferienwohnungen, deren Wirtinnen liebevoll vielfältige, üppige (und große) Gärten pflegen. Toll Pausen in den Schatten uralter Bäume zu finden, einen Tee zu trinken (oder ne kalte Cola) und auszuruhen.

Garten der Pension in Köthen

Wenn sich EIN Spruch auf dieser Tour bewahrheitet, dann ist es "Der Weg ist das Ziel." Obwohl wir schon so weit gekommen sind, bin ich doch immer wieder erstaunt darüber, wie langsam das geht- wandern quer durch Deutschland. Entschleunigte Fortbewegung- ist man/frau einfach nicht mehr gewöhnt. Herbert meinte: "Postkutschentempo". Wohl wahr. Hat den großen Vorteil den Augenblick mit allen Sinnen wahrzunehmen.

(Unsre Ruhetage könnten aber gerne ein paar Augenblicke länger dauern😉)

Tag 23: Durch das Eichsfeld Richtung Hessen

Die Wetterprognose sah nicht gut aus, als wir uns am frühen Morgen auf die 18 km lange Etappe von Küllstedt nach Diedorf aufmachten. Sollte Thüringen uns mit einem kräftigen Gewitter verabschieden wollen? Diedorf ist der letzte Zielort in den neuen Bundesländern, am Montag geht es nach insgesamt 395 km
– also weit mehr als der Hälfte – nach einem Ruhetag weiter nach Hessen.

Morgenidylle bei aufziehendem Gewitter bei Küllstedt

Durch das Eichsfeld in Richtung Westen…

Einige Km gingen wir durch einen Windpark.

Das Unwetter rückt bedrohlich nahe

St. Jakobus in Rodeberg-Struth

Barocke Pracht in St. Jakobus

Blick auf Diedorf. Ziel-und Ausruhort

Bildstock von 1716 in Diedorf

Das Bild zum Sonntag

Tag 22: So geht genussvolles Wandern 😊

Die Etappe von Niederorschel nach Küllstedt (22,4 km und 609 Höhenmeter) zeigte sich von der besten Seite: Überwiegend erschlossene Wanderwege, eine ausreichende Anzahl von Rastplätzen und reichlich Walderdbeeren an den Wegrändern. In eine wunderschöne Landschaft eingestreute Städchen und Dörfer machten diese Strecke zu einem reinen Wandergenuss!

06:15 am Morgen in Niederorschel. Abmarsch nach Küllstedt

Ortsausgang Niederorschel. Mal nicht durch ein Gewerbegebiet.

Bei Oberorschel

Herrliche Wälder, tolle Wege

Leckere Walderdbeeren

Blick auf das Anwesen des ehemaligen Zisterzienserklosters Reifenstein bei Oberorschel

Wieder hergestelltes Tor des Klosters

Blick durch die Tür

St. Josefs-Gymnasium in Dingelstädt

Blick auf Dingelstädt mit Stadtkirche

Fachwerk in Küllstedt

Alt und Neu gesellt sich hier

Tag 21: Am Schnützelputz Häusel über die Wipper

Merwürdiger Tiel werdet Ihr denken. Er erschließt sich aber, wenn Ihr Euch den Bericht über die 18,8 km von Bleicherode nach Niederorschel lest. Der Weg war wunderschön und mit 378 Höhenmetern der bislang Hügeligste. Die Pfade, über die ich geplant hatte, waren nicht immer als solche zu erkennen, aber der „Viewranger“ brachte uns sicher ans Etappenziel.

Ach ja, lest unten, was Moni über das Schnützelputz Häusel erzählt.

Das Bleicheroder Rathaus mit dem „Wahrzeichen“ der Stadt, dem „Schneckenhengst“. Wer die obskure Geschichte dazu lesen will: Einfach googlen

Morgens um 6 Uhr. Auf dem Weg nach Sollstedt.

Heute lange an der Wipper entlang. Hier bei Sollstedt.

An der Wipper zwischen Sollstedt und Wülfingerrode

Die Wipper bei Wülfingerrode

(Moni) Bei Wülfingerrode:
Keine Ahnung warum mich der Anblick dieses Brückenhauses sofort an „Schnützelputz Häusel“ erinnerte. Meine Mutter hat uns Kindern dieses „Quatsch-Lied“ früher oft vorgesungen.Heute ging es mir dann den ganzen restlichen Tag nicht mehr aus dem Sinn.

Kinderlied von unbekannt
Text zum ersten Mal gedruckt 1796

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
In Schnützelputz Häusel, da geht es sehr toll:
Da saufen die Tische und Bänke sich voll,
Pantoffeln unter dem Bette.

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
Der Tisch lag im Bette und stöhnte so lang,
da heulte der Sessel, da weinte die Bank,
ganz jämmerlich täten sie klagen.

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
Da rannte der Kessel ins Hühnerhaus,
der Ofen, der lief gleich zur Stuben hinaus,
eine spanische Mücke zu fangen.

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
Da saßen zwei Ochsen im Storchennest,
die hatten einander gar lieblich getröst
und wollten die Eier ausbrüten.

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
Es zogen zwei Störche wohl auf die Wacht,
die hatten ihr‘ Sache gar wohl bedacht
mit ihren großmächtigen Spießen.

So geht es in Schnützelputz Häusel:
Da singen und tanzen die Mäusel,
da bellen die Schnecken im Häusel.
Ich wüßte der Dinge noch mehr zu sagen,
die sich in Schnützelputz Häusel zutragen,
gar lächerlich über die Maßen

Und hier noch ein Link auf Youtube

Heftige Aufstiege auf dem Weg von Wülfingerrode nach Gerterode

Gerterode. Inzwischen hatten wir einige Schauer abbekommen

Kirche in Niederorschel

Unsere Pension in der Bergstraße